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Eine Reise mit Folgen

Straße in Sierra LeoneIm Februar 2006 machte sich eine kleine Gruppe aus Deutschland auf nach Afrika. Genauer gesagt nach Westafrika. Noch genauer gesagt nach Sierra Leone.

Nach einem langen Rebellenkrieg war es endlich wieder möglich, auch ins Landesinnere zu fahren. Aber die „Straßen“ blieben eine große Herausforderung für Mensch und Auto.

AutopanneSo kam es dann auch wie es kommen musste: ein gerissener Keilriemen in einem kleinen Dorf mitten in Sierra Leone. Für die Dorfbewohner eine willkommene Abwechslung. Sofort waren 6 verschwitzte und verstaubte Deutsche umgeben von einer Schar Kinder, schwangeren Frauen und älteren Männern.

Was wir in diesem kleinen Dorf in Sierra Leone gesehen haben, hat uns nicht mehr losgelassen: Kinder, die barfuß laufen, mit offenen Geschwüren und vereiterten Augen; Säuglinge, die von Durchfall gezeichnet sind und schwangere Frauen, die uns um unser Mineralwasser baten, weil es kein sauberes Trinkwasser gibt. Und weit und breit kein Arzt oder keine Krankenschwester.

Im DorfNachdem der Keilriemen repariert war, fuhren wir weiter in die nächste Stadt und mussten die Kinder und die schwangeren Frauen unversorgt zurücklassen.

Durch diese Begegnung entstand, wieder zurück in Deutschland, die Idee eine mobile medizinsche Grundversorgung ins Leben zu rufen: den DRIVING-YMCA-DOCTOR.

Von der Idee bis zur Durchführung

Von der Idee bis zur Verwirklichung war es ein langer Weg.

Das Auto wird bepacktZurück in Deutschland gingen mir die Bilder der Menschen in diesem kleinen sierra leonischem Dorf nicht mehr aus dem Kopf. Der Gedanke ging hin zu den Flying Doctors in Kenia. Für einen Flying Doctor ist Sierra Leone viel zu klein, aber für einen Driving Doctor....

Zunächst einmal blieb es nur eine Idee. Viele Gebete und viele Gespräche später, nachdem ein Reiseteilnehmer, Wilfried Wobker, sich vorstellen konnte, solch ein Projekt zusammen zu initiieren, haben wir unsere Freunde in Sierra Leone gefragt, ob soetwas überhaupt sinnvoll und durchführbar ist.

VerschiffungAuch auf ihrer Seite gab es viele Gebete und Gespräche bis wir im April 2006 eine positive Antwort bekamen.

Kurze Zeit später stand dann im Internet genau das passende Auto zum Verkauf und auf Grund einige größerer Spendeneingänge waren wir in der Lage, schon einen Monat später einen weißen Toyota Landcruiser zu erwerben.

Viele Firmen unterstützten die Anfänge dieses Projektes mit Sachspenden und auch die Bundeswehr überließ uns Sanitätsmaterial im Rahmen ihrer humanitären Hilfe.

Projektstart in Sierra LeoneNach gründlicher Überholung des Autos durch einen ansässigen Toyotahändler, wurde es dann voll gepackt mit Medikamenten und Sanitätsmaterial nach Freetown verschifft.

Ende 2006 konnte ich mich persönlich davon überzeugen, dass alles in einem guten Zustand im YMCA Hostel in Freetown angekommen ist.

Während meines Aufenthaltes wurde das Projekt offiziell auf den Weg gebracht, d.h. das Projekt wurde dem Paramount Chief des Kori Chiefdoms vorgestellt und erklärt und als er uns seine Unterstützung zusagte,wurde das Projekt auch den Menschen bekannt gemacht.

Im Kori ChiefdomEinige Wochen später sind Vertreter des YMCA Aberdeen, dem Partnerverein des CVJM Stift Quernheim, Vertreter des YMCA Taiama und der Development Sekretär des YMCA Nationalverbandes Sierra Leone noch einmal in das Kori Chiefdom gefahren, um die Dörfer zu finden, die in dieses Projekt aufgenommen werden sollen.